40 Jahre FACB 1977-2017

Teil 1: 
 
Eine Betriebsart erfreut sich unlängst immer grösserer Beliebtheit. Mit sehr geringem Aufwand ist man innerhalb kurzer Zeit QRV mit WSPR (englisch ausgesprochen «whisper» , dt. flüstern). Von einer eigentlichen Betriebsart zu sprechen ist eher etwas hoch gegriffen, da es sich im Grunde um eine Software handelt, mit welcher mögliche Ausbreitungsbedingungen unter Nutzung von Baken mit kleiner bis sehr kleiner Sendeleistung (0dBm) zu erkennen sind. Ein QSO im eigentlichen Sinne kommt nicht zu Stande.
Die Software wurde ursprünglich von Joe Taylor, K1JT, einem amerikanischen Astrophysiker und Nobelpreisträger entwickelt. Mittlerweise ist die Software als open-source verfügbar und kann von jedem weiterentwickelt werden. Zudem sind viele tolle Tools, auch für Apple-Maschinen, auf den einschlägigen Internetseiten verfügbar. Die aktuell auf WSPR sendenden und empfangenden Stationen sind auf der Homepage http://wsprnet.org ersichtlich.
 
WSPR Signale übertragen das Rufzeichen, den Locator, und die Sendeleistung unter Nutzung von digitalen Daten mit Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC). Der Sender kodiert die zu übertragenden Daten in redundanter Weise, so dass der Empfänger Übertragungsfehler ohne Rückfrage beim Sender erkennen und korrigieren kann. Eine Standard Nachricht beinhaltet nach verlustfreier Kompression 28 Bits für das Rufzeichen, 15 Bits für den Locator und 7 Bits für den Leistungspegel. Das Protokoll arbeitet bis zu einem Signal-Rauschabstand von -28dB mit einer 4-FSK Modulation.
 
Doch wie ist das möglich, dass ein Nutzsignal ca. 28dB (Faktor 631) schwächer sein kann, als das Rauschen, und trotzdem noch empfangen und zuverlässig dekodiert werden kann?
Mehr zu weiteren WSPR Applikationen, Software und Installation in der WSPR-Reihe Teil 2 auf der FACB Homepage!

 

WSPR 17042017 30m V2

Empfangskarte des WSPR Signales HB9TPN auf dem 30m-Band mit 1W Ausgangsleistung. 

 

 

Die letzten Tage waren auf der Sonne grosse Eruptionen sichtbar, welche teilweise den Funkverkehr lahmlegten (Mögel-Dellinger Effekt). Ein sichtbarer und sehr eindrucksvoller Effekt dieser Eruptionen sind die fantastischen Lichtspiele von Nordlichtern (Aurora borealis).
Der Autor dieses Artikels, Matthias HB9TPN, flog letzte Woche über Grönland nahe dem Nordpol entlang und die Nordlichter waren stundenlang über Grönland und Island sichtbar. Durch die grosse Flughöhe von 39000 ft (ca. 12000m) waren die Nordlichter ohne Fremdlichter sehr gut und imposant sichtbar.


Nordlichter sind das Resultat von Partikelkollisionen zwischen der Erdatmosphäre und elektrisch geladenen Teilchen von der Sonnenatmosphäre. Die meistens auftretende blasse Gelb-Grüne Farbe der Aurora borealis wird durch die Sauerstoff-Moleküle rund 100km über der Erde erzeugt. Eher selten können auch Blau-Rote Auroras beobachtet werden, welche durch Stickstoff Moleküle hervorgerufen werden. Der Zusammenhang von Nordlichtern und Sonnenaktivitäten ist seit 1880 bekannt und wurde während den «Konjukturjahren» der Raumfahrt weiter eingehend untersucht. Auf der südlichen Hemisphäre werden die Lichterscheinungen als Südlichter, oder Aurora australis bezeichnet.

Nordlichter3 08092017 Nordlichter4 08092017

[ Fotos aus dem Flugzeug Airbus A340, Flug WK015 über Grönland, von Passagier Maurus Mäder ]

Die Station HB9BSL verfügt über ein Online Logbuch auf HRDLog.
Auf dem Stations-PC auf der Sichtern kann das Logbuch HRDLog gestartet werden und die aktuellen Transceiver Daten (Frequenz, Mode, Zeit, Datum, etc). werden automatisch bei einem Call-Eintrag in das Log übernommen und ins Internet gestellt.
Die Log-Daten können ebenfalls auf QRZ.com (HB9BSL, Biographie) eingesehen werden. 

 

Log

 Log-Auszug von HRDlog.net

 

Eingereicht von Roger, HB9EYF

 

Am Montag, 31. Juli 2017 waren Werner Vetterli (HB9DJS) und ich (Roger Enz, HB9EYF) im Shack und haben „Feinarbeiten“ geleistet. Es war ein toller Nachmittag und wir hatten Spass, die Arbeiten gemeinsam auszuführen. Ebenfalls habe ich viele Gerätschaften beschriftet.

Folgende Arbeiten wurden erledigt: Einen neuen Antennenverteiler (MFJ-1704) mit Erdung haben wir definitiv montiert und die HF-Kabel längengerecht verlegt [ Gesponsert durch Roger, HB9EYF ].

Der Amplifier HF/VHF-Umschalter wurde befestigt und die Steuerkabel mittels Verlängerung ebenfalls provisorisch verlegt. Die langen Verlängerungskabel werden bei Gelegenheit noch gekürzt und direkt angeschlossen, damit die Steckverbindungen entfallen.
Das Netzgerät auf Seite Kurzwellenarbeitsplatz wurde definitiv verkabelt und die 13.8 V Steckdosenleiste montiert. Dies ist auch auf dem UKW-Arbeitsplatz geschehen. Bei der Stromversorgung des Icom-Trasnceivers (IC-7400) müssen wir noch die Kabel verlängern.

Es erfolgte noch vor dem Shack die Montage einer zusätzlichen Antenneninstallation, damit das Vertex 70cm Funkgerät, welches durch Lukas Mundwiler (HB9EBZ) leihweise dem FACB zu Verfügung gestellt wurde, entsprechend betrieben werden kann. Dieses dient zur analogen Überwachung des 4CFM Relais, mit Möglichkeit QSO’s zu führen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird ein definitives 4CFM-Gerät installiert. Übrigens kommen die beiden Aussenbefestigung zu einer Erdung mit der Restlänge der durchgehenden Shack-Haupterdungsverkabelung, was eher Zufall war. Die neue Aufhängung ist so gebaut, dass weitere kleinere Antennen darauf Platz haben. Eine Bohrung für eine zusätzliche PL-Halterung ist bereits vorbereitet und auch die Verwendung von Magnetfussantennen sind möglich. Johannes Iberg, HB9EDH, hat die Konstruktion fachgerecht vorbereitet [ Aufhängung, HF-Kabel und Antenne sind gesponsert durch Roger, HB9EYF ].

Die Verbindung vom Audioswitch zum Lautsprecher der KW-Station hatte einen Wackelkontakt. Dieser Missstand wurde durch eine Erneuerung des Anschlusskabels behoben. An einem früheren Bautag habe ich noch die magnetische Beschriftungswand befestigt, welche jetzt die Weltkarte trägt und für allgemeine Informationen gedacht ist.

Allen im Text erwähnten Beteiligten spreche ich im Namen des FACB einen grossen Dank aus. Übrigens hat Werner noch ein Stromkabel gespendet - Danke vielmals!

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Ein neues Graphiktool wurde von Jim, G3YLA, entwickelt, um in Echtzeit die Ausbreitungsbedingungen, ausgedrückt in der MUF (maximum usable frequency), darzustellen.
Das Tool bietet ein grosse Pallette an Auswertungsmöglichkeiten (Durchschnitte, Archivdaten, etc.) und gibt einen guten Überblick über das aktuelle und auch vergangene "Funkwetter". Die Daten der Ionosonde beziehen sich zwar auf den Messstandort auf dem Flugplatz Fairford in Südengland, was aber das Tool nicht weniger interessant macht.

Das Online-Tool findet man unter: http://www.convectiveweather.co.uk/ionosphere/index.php

 

 chart

Am 06. Mai 2017 wurde ein neues gesponsertes C4FM Relais, kombiniert mit einem analogem FM-Relais, auf dem Uetliberg in Betrieb genommen.

Rufzeichen: HB9UF
TX Freq: 438.650 MHz
RX Freq: 431.050 MHz
Analog Sub-Audio Ton: 71.9 Hz
Sender und Empfänger: YAESU DR-1XE

Trotz den zuvor geäusserten grossen Bedenken des Leiter Betriebes von HB9UF wurde auf das gesponserte Relais der Marke YAESU DR-1XE nicht verzichtet.
Gemäss einem, vom Leiter Betrieb HB9UF, erstellten Testbericht auf Youtube gibt es zahlreiche Probleme mit dem C4FM Relais von YAESU. Da sind, gemäss Video, einige schwerwiegende Fehler auszumachen, wie z.B. zweifelhafte interne Programmierstecker, Benutzer-Buttons ohne ersichtliche Funktionen, nicht korrekt eingestellte Temperatur-Lüfter, fehlende Kabelschuhe, fehlerhafte RG58 Kabel, Software-Bugs bei einem Eingangssignal von S9+, unvollständige Software Release Notes, fehlerhafte Formeln im User Manual, schlechte Japanisch-Englisch Übersetzung, etc. etc.

Das kurzweilige und informative Video zum YASEU DR-1X Relais findet man in Youtube unter: https://www.youtube.com/watch?v=9O7xxBqIIIg

 

 

Seit der FACB Generalversammlung 2017 betreuen offiziell Charly, HB9EBM, und Matthias, HB9TPN, die Homepage technisch und redaktionell.
Wer gerne einen Artikel, eine Ankündigung, einen Termin oder ähnliches auf der FACB veröffentlichen oder sich seinen Zugang zum Mitgliederbereich einrichten möchte, kann sich unter der Email Adresse homepage(ät)facb.ch melden.

Das Homepage Team wünscht allen Lesern viel Spass beim Lesen der neu gestalteten Homepage!